Spalter Fleckli

Verfasst von Altbürgermeister und Ehrensenator Anton Forster.

Wenn auch nicht ganz erhellt ist, woher die Spalter Flecklasmänner kommen, so können wir davon ausgehen, dass diese und das Brauchtum um sie sehr alt sind und vermutlich auf die Ursprünge zurückgehen (Winteraustreibung, Dämonenaustreibung usw.).

Erstmals zum Unsinnigen Donnerstag sind die Spalter Fleckli von Wirtschaft zu Wirtschaft ziehend unterwegs. Der Name bezieht sich auf die Maskentracht, die aus groben Sackleinen gefertigt ist. Am ganzen Gewand sind kleine, rautenförmige Stoffreste (Fleckli) angenäht, die zu abwechselnd schwarzen und roten Reihen senkrecht angeordnet sind. Auf dem hinteren Teil (Rücken) prangt meist ein Herz; später inmitten des Herzchens das Stadtwappen mit Jahreszahlen. Eine aus einem Stück geschnitzte, dunkel gefärbte und bemalene Holzmaske (Lindenholz) an der ein kapuzenförmiger Überwurf befestigt ist, hüllt den Kopf ein und wirkt durch die unheimlichen Züge besonders auf die Kinder "dämonisch"! Der zur Ausrüstung gehörige Birkenreisigbesen unterstreicht die Erinnerung an die Geister- und Spukgestalten. Zwischen den "Fleckli" (Mehrzahl für Fleckla) und der Jugend hat sich ein Neck- und Versteckspiel herausgebildet. Die Kinder reizen aus respektvoller Entfernung die Fleckli mit handfesten Schimpfnamen und Neck-Versen, so z.B. "Fleckla, Fleckla hast am Arsch a Dreckla! Drecksau, Lumperdurl, hast Dein alten Ruuk verlurn". (Dialekt) Die Fleckli stürzen sich dann mit ihren Besen auf die Kinder, diese reißen aus und beginnen aus sicherer Entfernung erneut das Spiel. Ähnliche Gestalten wie die Flecklasmänner in Spalt gibt es in Franken z.B. in Effeltrich, Hilpoltstein, Kipfenberg, Pleinfeld und Allersberg.